avatar

Hannah Schmidt

Aktualisiert: 2026-08-19

9 Min. Lesezeit

Einmalpasswort (OTP) schützt Online-Konten durch einen nur einmal verwendbaren Code. Viele Unternehmen versenden solche Codes inzwischen als WhatsApp-OTP, sodass Nutzerinnen und Nutzer den Code direkt in einer vertrauten App erhalten.

Der Artikel erklärt die Funktionsweise von WhatsApp-OTP, zeigt typische Anwendungsfälle und vergleicht den Kanal mit SMS-OTP.

Überblick über WhatsApp-OTP

1. Was ist WhatsApp-OTP?

WhatsApp-OTPs können als zusätzlicher Faktor in einer Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) eingesetzt werden. Der Code kann dabei belegen, dass die betreffende Person Zugriff auf das verknüpfte WhatsApp-Konto hat.

WhatsApp kann den Übertragungskanal gegenüber herkömmlichen SMS zusätzlich absichern. Wie sicher die Verifizierung insgesamt ist, hängt jedoch auch von der technischen Implementierung, dem Kontoschutz und dem Umgang mit dem Code ab. Zustellrate und Kosten variieren je nach Markt, Anbieter und Internetverfügbarkeit.

2. Warum WhatsApp-OTP einsetzen?

Der Einsatz dieses Verfahrens bietet mehrere Vorteile:

  • Geschützter Übertragungskanal: WhatsApp-Nachrichten können während der Übertragung stärker geschützt sein als herkömmliche SMS. Das ersetzt jedoch keine sichere Umsetzung des gesamten Verifizierungsverfahrens.
  • Hoher Nutzungskomfort: Da viele Empfängerinnen und Empfänger WhatsApp bereits nutzen, müssen sie für den Empfang des Codes keine neue Oberfläche kennenlernen.
  • Interaktive Funktionen: Über Funktionen wie Schnellantworten können Empfangende mit dem Absender interagieren oder einen Code mit einem Fingertipp bestätigen.
  • Vertrauter Kanal: Der Versand über WhatsApp kann Empfängerinnen und Empfängern helfen, die Nachricht leichter einzuordnen.
  • Mögliche Kostenvorteile: Unternehmen und Institutionen versenden OTPs häufig in großen Mengen. Je nach Tarif, Zielland und Versandvolumen kann der internetbasierte Versand wirtschaftlich sinnvoll sein.

WhatsApp-OTP und SMS-OTP im Vergleich

Vor- und Nachteile beider Kanäle

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen:

Vergleichskriterium WhatsApp-OTP SMS-OTP
KostenKann je nach Tarif, Zielland und Versandvolumen kostengünstiger seinKosten hängen von Anbieter, Zielland, Volumen und Gateway-Gebühren ab
ZustellgeschwindigkeitKann bei stabiler Internetverbindung schnell zugestellt werdenKann sich je nach Mobilfunknetz und Netzauslastung verzögern
Globale ReichweiteFunktioniert überall mit InternetverbindungFunktioniert mit jedem Mobiltelefon
SicherheitSchutz hängt von Business-Lösung und Implementierung abVom Mobilfunknetz abhängig; in der Regel keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
LesebestätigungenVerfügbarNicht verfügbar
Fallback-OptionBei einem WhatsApp-Ausfall ist ein Wechsel zu SMS möglichKann selbst als Fallback-Kanal dienen
NutzungserlebnisÜbersichtliche Oberfläche innerhalb von WhatsAppEinfach, aber von Apps getrennt
InternetabhängigkeitInternetverbindung erforderlichFunktioniert ohne Internet
App-InstallationWhatsApp-App erforderlichKeine App erforderlich
GeräteunterstützungAuf Smartphones beschränktFunktioniert auf allen Mobiltelefonen
Änderung der TelefonnummerUnter Umständen erneute WhatsApp-Verifizierung erforderlichFunktioniert sofort mit einer neuen SIM-Karte
NetzabdeckungIn Gebieten mit schwacher Internetverbindung eventuell nicht verfügbarFunktioniert bei grundlegender Mobilfunkabdeckung
NutzerbasisAuf WhatsApp-Nutzerinnen und -Nutzer beschränktFür alle Personen mit Mobiltelefon verfügbar

Warum Unternehmen WhatsApp-OTP zusätzlich zu SMS-OTP einsetzen

Laut einer Statistik nutzen 93 % der Unternehmen SMS zur OTP-Verifizierung. Gleichzeitig führen viele Unternehmen, insbesondere neu gegründete Unternehmen, diesen Kanal als zusätzliche Option ein.

Der Vergleich mit SMS-OTP zeigt, welche Methode zu den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens passt. WhatsApp bietet sich an, wenn die Zielgruppe den Dienst nutzt und interaktive Funktionen oder ein zusätzlicher Kanal gefragt sind. SMS erreicht dagegen auch Geräte ohne WhatsApp. Für kritische Abläufe sollte ein Fallback vorgesehen werden; maßgeblich sind Zielmarkt, Reichweite, Risiko und Kosten. Die folgenden Kriterien helfen bei der Einordnung:

1. Geschwindigkeit

Sowohl WhatsApp als auch SMS können Nachrichten schnell zustellen. Bei WhatsApp ist dafür eine stabile Internetverbindung erforderlich. Bei SMS können Faktoren wie die Abdeckung oder eine Überlastung des Mobilfunknetzes zu Verzögerungen führen.

2. Sicherheit

WhatsApp-Nachrichten können während der Übertragung stärker geschützt sein als herkömmliche SMS. Die Sicherheit des gesamten OTP-Verfahrens hängt jedoch auch von der Kontosicherheit, der technischen Implementierung, der Gültigkeitsdauer des Codes und dem Schutz vor Phishing ab.

3. Interaktionsmöglichkeiten

WhatsApp unterstützt interaktive Elemente wie Buttons und Schnellantworten, die in einer herkömmlichen OTP-Nachricht nicht verfügbar sind. Bei SMS muss der Code meist manuell eingegeben werden. Einige Apps bieten inzwischen jedoch das automatische Ausfüllen von SMS-OTPs an und ermöglichen damit eine ähnlich schnelle Interaktion wie bei WhatsApp-OTPs.

4. Reichweite

SMS-OTPs erreichen deutlich mehr Menschen als WhatsApp-OTPs. SMS wird von allen Mobilfunkanbietern unterstützt und erreicht daher sämtliche Arten von Mobiltelefonen, einschließlich Geräten ohne Smartphone-Funktionen.

Für den Empfang von OTP-Nachrichten über WhatsApp ist dagegen ein Smartphone mit installierter WhatsApp-App erforderlich.

5. Kosten

Ob der Versand großer SMS-Mengen teurer ist als der Versand von Einmalcodes über WhatsApp, hängt unter anderem von Anbieter, Zielland, Tarif und Volumen ab. Eine schnelle Preiskalkulation schafft Klarheit über die möglichen Kosten.

WhatsApp-OTP versenden: eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Für den Versand eines OTP über WhatsApp benötigt ein Unternehmen eine Anbindung an den Business-Messaging-Kanal.

Eine Customer-Engagement-Plattform wie EngageLab übernimmt diese Anbindung. Unternehmen können darüber Kundeninteraktionen steuern und Verifizierungsmethoden wie WhatsApp-OTP einsetzen.

EngageLab-Website

Für den Versand von WhatsApp-OTPs über EngageLab sind folgende Schritte erforderlich:

  • Schritt 1

    Öffnen Sie EngageLab und registrieren Sie sich, um ein Konto auf der Plattform anzulegen.

    Jetzt kostenlos starten

  • Schritt 2

    Melden Sie sich bei Ihrem Konto an und klicken Sie auf Loslegen, um eine WhatsApp-Marketing- oder OTP-Kampagne in EngageLab einzurichten. WhatsApp-Einrichtung in EngageLab starten
  • Schritt 3

    Verwenden Sie für die Registrierung Ihr Facebook-Konto. Mit einem Facebook-Konto registrieren
  • Schritt 4

    Ergänzen Sie die Unternehmensdaten im Facebook-Konto, damit Meta ein Unternehmensprofil erstellen kann. Unternehmensprofil in Meta erstellen
  • Schritt 5

    Erstellen Sie ein neues WhatsApp Business-Konto und ein neues Profil. Wenn bereits ein Profil vorhanden ist, wählen Sie es im Drop-down-Menü aus. Neues WhatsApp Business-Konto auswählen
  • Schritt 6

    Geben Sie Kontoname und Anzeigename für das WhatsApp Business-Profil ein und klicken Sie auf „Weiter“. Mit der WhatsApp-Einrichtung fortfahren
  • Schritt 7

    Geben Sie die Telefonnummer ein, die Sie für das WhatsApp Business-Profil verwenden möchten. Telefonnummer für WhatsApp eingeben
  • Schritt 8

    Geben Sie den Verifizierungscode ein, um das WhatsApp Business-Profil mit Facebook zu erstellen. WhatsApp-Verifizierungscode eingeben
  • Schritt 9

    Sobald die WhatsApp-Nummer registriert und das Konto mit EngageLab verbunden ist, verifizieren Sie die Absendernummer. Absendernummer verifizieren
  • Schritt 10

    Sie werden zum Bereich Absendernummern weitergeleitet. Wählen Sie dort die Option „Nummer verifizieren“. Option zur Verifizierung der Nummer auswählen
  • Schritt 11

    Öffnen Sie unter den Einstellungen für „Nachricht senden“ den Bereich „Vorlagennachricht“. Konfigurieren Sie die Nachricht, indem Sie Absendernummer, Versandzeitpunkt, empfangende Person und Nachrichtenvorlage auswählen. Vorlagennachricht in EngageLab konfigurieren

Mit diesen Schritten lassen sich Verifizierungsnachrichten über EngageLab an Kundinnen und Kunden senden.

Bei der Einrichtung sind vier Punkte wichtig:

  • Wählen Sie das richtige Facebook-Unternehmensprofil aus, um ein WhatsApp Business-Konto anzulegen und mit EngageLab zu verbinden. Treten dabei Fehler auf, versuchen Sie es nach einigen Tagen erneut.
  • Die korrekte Telefonnummer ist entscheidend, damit WhatsApp-OTP-Nachrichten die Zielgruppe erreichen. Verwenden Sie eine neue Telefonnummer, die noch nicht mit einem anderen WhatsApp-Dienst verknüpft ist.
  • Nach der Registrierung der WhatsApp-Telefonnummer kann die Prüfung des Namens bis zu eine Stunde dauern. Warten Sie deshalb, bevor Sie die Nummer verifizieren.
  • Wählen Sie eine passende Vorlage oder erstellen Sie eine individuelle Vorlage, die zum Geschäftsmodell und zum Versand von OTPs über WhatsApp passt.

WhatsApp-Nachrichten wie OTPs lassen sich gleichzeitig an bis zu 1.000 Telefonnummern senden. EngageLab bündelt die dafür erforderlichen Schritte in einem Ablauf. Registrieren Sie sich jetzt und erstellen Sie Ihre WhatsApp-Kampagne.

Typische Anwendungsfälle für WhatsApp-OTP

Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen können per WhatsApp versendete OTPs in mehreren Situationen einsetzen:

1. Registrierung und Anmeldung

WhatsApp-OTPs werden häufig eingesetzt, um Personen bei der Registrierung oder Anmeldung auf einer Plattform zu verifizieren. Ergänzt eine OTP-Verifizierung den Anmeldeprozess, hängt der Kontozugriff nicht allein vom Passwort ab. Die zusätzliche Sicherheitsschicht verbessert den Schutz des Kontos.

Nach der Anmeldung mit Benutzername und Passwort wird ein einmaliges OTP an das WhatsApp-Konto gesendet. Die Eingabe des korrekten OTPs schließt den Anmeldevorgang ab und stellt sicher, dass nur autorisierte Personen Zugriff auf das Konto erhalten.

WhatsApp-OTP für Registrierung und Anmeldung

2. Transaktionsbestätigung

Auch bei Finanztransaktionen in einer App können per WhatsApp versendete Einmalcodes eingesetzt werden. Unternehmen verlangen in solchen Situationen häufig eine zusätzliche Verifizierung, für die sich dieser Kanal nutzen lässt.

Bei Zahlungsdiensten im Europäischen Wirtschaftsraum erfüllt ein per WhatsApp versendetes OTP allein nicht automatisch die Anforderungen an eine starke Kundenauthentifizierung. Nach PSD2 müssen dafür mindestens zwei voneinander unabhängige Elemente aus unterschiedlichen Kategorien zusammenwirken. Bei elektronischen Fernzahlungen gelten außerdem Vorgaben für die dynamische Verknüpfung mit Betrag und Zahlungsempfänger.

WhatsApp-OTP zur Bestätigung einer Transaktion

3. Kontowiederherstellung

Ein weiterer Anwendungsfall ist die Wiederherstellung des Kontozugangs, etwa bei einer vergessenen E-Mail-Adresse oder einem vergessenen Passwort. Mit einem OTP über WhatsApp kann ein Unternehmen prüfen, ob die Anfrage von der Person stammt, der das Profil gehört.

4. Abonnementdienste

WhatsApp-OTP-Nachrichten eignen sich auch für Unternehmen mit Abonnementmodellen, etwa Softwareanbieter. Ein Code wird an das WhatsApp-Konto gesendet und kann dort schnell eingegeben werden. Dadurch wird der Abonnementprozess für Kundinnen und Kunden einfacher und schneller; zugleich kommt ein zusätzlicher Verifizierungsschritt hinzu.

WhatsApp-OTP für einen Abonnementdienst

5. Terminbestätigung

Arztpraxen und andere Unternehmen können WhatsApp-OTP als zusätzliche Terminbestätigung einsetzen. So lassen sich versäumte Termine reduzieren und die Terminplanung verlässlicher gestalten.

WhatsApp-OTP zur Bestätigung eines Termins

Fazit

Für Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz eignet sich WhatsApp-OTP vor allem als zusätzlicher Verifizierungskanal, nicht als pauschaler Ersatz für SMS-OTP oder andere zweite Faktoren. Bei der Auswahl sollten Reichweite, Fallback, Gerätewechsel, Barrierefreiheit und das Risiko des jeweiligen Vorgangs berücksichtigt werden.

Per WhatsApp versendete Einmalcodes ergänzen den Sicherheitsmechanismus um interaktive Elemente und können Empfängerinnen und Empfängern die Einordnung der Nachricht erleichtern.

EngageLab vereinfacht den Versand von OTP-Nachrichten über WhatsApp. Der Ablauf in diesem Leitfaden ersetzt eine aufwendige technische Einrichtung und zeigt, wie Unternehmen solche Codes kontrolliert versenden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu WhatsApp-OTP

  • 1

    Sind WhatsApp-OTPs sicher?

    WhatsApp-OTPs können eine Anmeldung zusätzlich absichern, sind aber nicht risikofrei. Der Schutz hängt vom Übertragungskanal, der technischen Umsetzung, der Kontosicherheit und dem sicheren Umgang mit dem Code ab.
  • 2

    Was geschieht, wenn ein OTP weitergegeben wird?

    Wer ein OTP an eine andere Person weitergibt, riskiert Identitätsdiebstahl, weil der Code den Zugriff auf die eigene Online-Identität ermöglichen kann.